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BLATT 01 · SEPTEMBER 2026 · BAUGRUNDMODELL
METHODE M01BOHRUNG + DRUCKSONDIERUNG

Schichtgrenzen mit Vertrauensgrad

Wie aus einer Bohrung und mehreren Drucksondierungen ein Baugrundschnitt entsteht – und wie das Blatt zeigt, welche Grenze belegt und welche übernommen ist.

PDF herunterladen A4 · 1 SEITELESEZEIT RD. 4 MINUTEN · STAND 25.09.2026
Steckbrief
Zweck
Baugrundschnitt je Standort, z. B. unter dem Fundament einer Windenergieanlage.
Eingangsdaten
Schichtenverzeichnis einer Schlüsselbohrung (Bodenart, Bodengruppe, Genese, Kalkgehalt); CPT-Rohdaten qc, fs; Ansatzhöhen mit Quelle und Genauigkeit.
Ergebnis
Ein Blatt A4 quer je Standort: Schnitt mit wahren Abständen, Vertrauensgrad je Grenze, Legende, Lageplan.
Rechenweg
Reproduzierbar: gleiche Eingangsdaten, gleiche Grenzen. Schwellenwerte (eigene, nicht genormt) stehen im Blatt.
Grenzen der Methode
Ohne Unterschied in Festigkeit oder Materialverhalten bleibt eine Grenze in der Sondierung unsichtbar. Unterhalb der Bohrung ist die Bodenart nicht belegt, nur die Lage einer Grenze.
Normbezug
DIN EN ISO 22476-1, DIN EN ISO 14688-1, DIN 18196, DIN EN 1997-2, DIN 4020
Die Drucksondierung sagt, wo eine Grenze liegt. Die Bohrung sagt, was dort liegt.Grundsatz des Verfahrens
Baugrundschnitt mit Vertrauensgrad und Kontrastfunktion — anonymisiert
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Bild 1. Windenergiestandort in der saalezeitlichen Grundmoräne (anonymisiert). a) Rammkernsondierung und drei Drucksondierungen im Abstand von je 10 m, qc grau (0–40 MPa); gefüllter Punkt: Grenze in der Sondierung erkannt, offener Punkt: aus der Bohrung übernommen. b) Kontrastfunktion der CPT 3 mit Suchfenstern (beige) und Annahmeschwelle. Schnitt rd. 2,8-fach überhöht.

01Verfahren

  1. Soll-Grenzen aus der Bohrung. Das Schichtenverzeichnis liefert Tiefe und Inhalt jeder Grenze.
  2. Kontrast je Sondierung. Sprunghöhe von log qc und modifiziertem SBT-Index IB über ein Fenster von 0,50 m, Gl. (1).
  3. Zuordnen. Suchfenster ±0,25·z (0,30 bis 1,50 m); angenommen ab dem 1,8-fachen Median, von oben nach unten und monoton.
  4. Vertrauensgrad setzen nach Tabelle 1 und im Schnitt als Linienart zeichnen.
  5. Unterhalb der Bohrung nur Maxima über dem 2,5-fachen Median, Abstand ≥ 1,0 m, als kurze Marke ohne Korrelation.
  6. Abnahme. Jede Bohrgrenze sichtbar, Höhen mit Quelle, Überhöhung angegeben, ein Blatt je Standort.
C(z) = |⟨log qc⟩u − ⟨log qc⟩o| + |⟨IB⟩u − ⟨IB⟩o| / 40IB = 100(Qtn + 10) / (Qtn·F + 70)(1)

⟨ ⟩o, ⟨ ⟩u Mittel über 0,50 m ober- und unterhalb z · Qtn normierter Spitzenwiderstand · F normiertes Reibungsverhältnis [%] · IB modifizierter SBT-Index [4], tonartig unter 22, sandartig über 32 · Gewichtung 1/40 und Schwellen 1,8 und 2,5 sind eigene Verfahrensparameter. IB ergänzt log qc, wo sich das Materialverhalten ändert, die Festigkeit kaum. Unter CPT 1 trennt schon qc (Sand 5–10 MPa, Geschiebemergel 25,5 MPa); IB stuft den Mergel sandartig ein (rd. 85) – die Bodenart klärt nur die Bohrung.

02Vertrauensgrad

StufeBedingungLinieBeispiel
hochin allen Sondierungen erkannt1,0 · 7,0 · 9,5 m
mittelteilweise erkannt, sonst aus der Bohrung0,4 · 4,5 m
geringin keiner erkannt–

Tabelle 1. Stufen und Ergebnis am Standort aus Bild 1; Tiefen der Bohrgrenzen.

03Was die Prüfung meldet

  • Karte gegen Bohrung: Karte Grundmoräne, Bohrung bis 7,0 m Schmelzwassersand – als Abweichung benannt.
  • Grenze ohne Kontrast: 4,5 m erreicht in CPT 3 nur das 0,9-fache des Medians. Sie bleibt als Bohrgrenze sichtbar.
  • Gründungssohle: ohne belegte Höhe der Arbeitsebene nicht gezeichnet.
  • Höhen: aus dem Geländemodell, ±0,15 m, als nicht eingemessen gekennzeichnet.
Normen und Literatur
  1. DIN EN ISO 22476-1:2023-04 Felduntersuchungen – Teil 1: Drucksondierungen mit elektrischen Messwertaufnehmern
  2. DIN EN ISO 14688-1:2020-11 Benennung und Beschreibung von Boden · DIN 18196:2023-02 Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
  3. DIN EN 1997-2:2010-10 Eurocode 7 – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds · DIN 4020:2010-12 Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke
  4. Robertson, P. K. (2016) Cone penetration test (CPT)-based soil behaviour type (SBT) classification system – an update. Canadian Geotechnical Journal 53, 1910–1927. doi:10.1139/cgj-2016-0044, Abruf 24.09.2026
GEOSTUDYS METHODENBLÄTTER · M01 · 2026WWW.GEOSTUDYS.COM

ZITIERVORSCHLAG: GeoStudys Consulting (2026): Schichtgrenzen mit Vertrauensgrad. GeoStudys Methodenblätter, Blatt M01. www.geostudys.com/fachbeitraege/schichtgrenzen-mit-vertrauensgrad.html